Hochschulen

Der eGov-Campus ist aus der Hochschulwelt heraus entstanden: Die Lernangebote werden gemeinsam mit Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Fachpartnern entwickelt und greifen aktuelle Themen der digitalen Verwaltung auf. Dadurch eignen sie sich besonders gut für den Einsatz in Studium, Lehre und wissenschaftlicher Weiterbildung.

Hochschulen können den eGov-Campus auf zwei Wegen nutzen: Sie können bestehende Lernangebote in eigene Lehr- und Weiterbildungsformate einbinden oder selbst neue Inhalte für den eGov-Campus entwickeln.

In Lehre und Weiterbildung nutzen

Die Lernangebote des eGov-Campus können flexibel in bestehende Studiengänge, Module, Seminare oder Weiterbildungsprogramme integriert werden.

Mögliche Formen der Nachnutzung sind:

  • Einzelne Inhalte nutzen: Videos, Texte, Quizze oder Fallbeispiele können gezielt als Ergänzung eigener Lehrveranstaltungen eingesetzt werden.
  • Ganze Lernangebote einbinden: Vollständige Lernangebote können als Selbstlernphase, Blended-Learning-Baustein oder vorbereitende Einheit genutzt werden.
  • Begleitete Formate umsetzen: Bei Bedarf können Lernangebote durch Lehrende der Hochschule oder durch Personen aus dem Teaching-Team begleitet werden.
  • Anerkennung prüfen: Je nach Studien- oder Prüfungsordnung können Lernangebote in Lehrveranstaltungen, Wahlpflichtbereiche, Zertifikatsprogramme oder Weiterbildungen eingebunden und anerkannt werden.

Die Angebote eignen sich insbesondere für Studiengänge und Programme mit Bezug zu Verwaltungsinformatik, E-Government, Public Administration, Public Management, Verwaltungswissenschaft, Recht und Digitalisierung.

Vorteile für Hochschulen

  • Flexibel einsetzbar: Inhalte können punktuell, kursweise oder als Bestandteil größerer Lehrformate genutzt werden.
  • Kostenfrei zugänglich: Die Lernangebote stehen online zur Verfügung und können orts- und zeitunabhängig bearbeitet werden.
  • Hochschulnah entwickelt: Viele Angebote entstehen in Zusammenarbeit mit Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen.
  • Praxisorientiert: Die Lernangebote greifen konkrete Fragestellungen der digitalen Verwaltung auf.
  • Erweiterung bestehender Lehre: Eigene Lehrveranstaltungen können um digitale Selbstlernanteile ergänzt werden, ohne vollständig neu entwickelt werden zu müssen.

Zur Lernangebotsübersicht

 

Eigene Lernangebote entwickeln

Hochschulen können sich auch als Anbieter am eGov-Campus beteiligen und eigene Modulserien entwickeln. Damit können sie ihre fachliche Expertise in das gemeinsame Lernangebot einbringen und Themen der digitalen Verwaltung für eine breite Zielgruppe zugänglich machen.

Informationen zur Antragstellung, zu Fördermöglichkeiten und zu den Anforderungen an neue Modulserien finden Sie im internen Informationsbereich des eGov-Campus.

Förderregelungen und Antragsunterlagen

Kontakt

Falls Sie Fragen zur Nutzung von eGov-Campus-Lernangeboten in Ihrer Lehre, zur Anerkennung oder zur Entwicklung einer eigenen Modulserie haben, können Sie sich direkt an die Universität Speyer wenden.

Kontakt

Logo der Deutschen Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer

Rahmenempfehlung für Studiengänge der Verwaltungsinformatik

Ein fachlicher Anknüpfungspunkt kann dabei auch die Rahmenempfehlung für Studiengänge der Verwaltungsinformatik an Hochschulen der Gesellschaft für Informatik sein. Die eGov-Campus-Angebote können Hochschulen dabei unterstützen, Inhalte zu digitaler Verwaltung, E-Government und Verwaltungsinformatik praxisnah in Studien- und Weiterbildungsangebote einzubinden.

Good-Practice-Beispiele – Nutzungserfahrung mit dem eGov-Campus

In unseren Good-Practice-Beispielen berichten Hochschulen von ihren Erfahrungen mit dem eGov-Campus. Im Frage-Antwort-Format wird dargestellt, wie das eGov-Campus-Lernangebot im Studium eingebunden, für unterschiedliche Studiengänge eingesetzt und innerhalb der Lehre nachgenutzt werden kann. Die Beispiele geben praxisnahe Einblicke und Anregungen für den Einsatz des eGov-Campus.

Hochschule Nordhausen

Die Hochschule Nordhausen bietet etwa 30 Bachelor- und Masterstudiengänge in den Bereichen Ingenieurwissenschaften sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Drei dieser Studienangebote haben einen direkten Bezug zur öffentlichen Verwaltung: „Digitales Verwaltungsmanagement (B.A.)“, „Öffentliche Betriebswirtschaft/Public Management (B.A.)“ und „Public Management & Governance (M.A.)“.

Was sind Gründe für die Nutzung des eGov-Campus-Lernangebots?

Das Wahlpflichtangebot des fünften Semesters sollte um ein Modul zu einem Digitalisierungsthema ergänzt werden. Hierfür sind die Kurse aus dem Lernangebot des eGov-Campus gut geeignet. Aufgrund des Aufbau eines Kurses mit einem durchschnittlichen Workload von 150 Stunden, der sich zusammensetzt aus ungefähr 20 Stunden Vorlesungen, 20 Stunden Übungen, 110 Stunden Selbststudium und einer Abschlussprüfung, kann die HS Nordhausen für einen Kursdurchlauf fünf Leistungspunkte anrechnen.

Seit dem Wintersemester 2021/22 wurden unterschiedliche eGov-Campus-Kurse als Wahlpflichtmodule angeboten, darunter „Verwaltungsportale“, „Neues Arbeiten und Führen in digitalisierten Verwaltungsstrukturen“ sowie „Innovative digitale Technologien für die öffentliche Verwaltung“. 
 

Wie wird das eGov-Campus-Lernangebot in die Lehre eingebunden?

Das eGov-Campus-Lernangebot wird im fünften Semester des Bachelorstudiengangs „Öffentliche Betriebswirtschaft/Public Management“ als Wahlpflichtmodul angeboten. Der Studiengang qualifiziert für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst. Innerhalb des Studiengangs müssen acht Wahlpflichtmodule belegt werden.

Die Lernangebote werden in Form digitaler Lehre und mit zusätzlicher Betreuung durch Lehrbeauftragte in das Studium eingebunden. Die Studierenden durchliefen den eGov-Campus-Kurs „Innovative digitale Technologien für die öffentliche Verwaltung“ im Selbststudium. Daran anschließend wurde das Gelernte in einem Blockseminar von einem Lehrbeauftragten begleitend vertieft sowie eine entsprechende Abschlussprüfung abgenommen.

Bei den eGov-Campus-Kursen „Verwaltungsportale“ und „Neues Arbeiten und Führen in digitalisierten Verwaltungsstrukturen“ erhalten die Studierenden von einem Lehrbeauftragten, eine Online-Einführung in ihr Wahlpflichtmodul. Anschließend durchlaufen die Studierenden den Kurs auf dem eGov-Campus im Selbststudium. Zusätzlich werden sie zweimal wöchentlich in einem Tutorium per Videokonferenz durch den Lehrbeauftragten begleitet. Die 90-minütige Abschlussklausur wird online durchgeführt und setzt sich aus einem Multiple-Choice-Teil sowie offenen Fragestellungen zu Teaching Cases zusammen.
 

Welche Herausforderungen und Erkenntnisse haben sich bei der Nutzung ergeben?

Eine anfängliche Herausforderung war die fehlende betreute Abnahme der Abschlussprüfung, die im Format des Selbststudiums der eGov-Campus-Lernangebote nicht vorgesehen ist. Als Lösung wurde für jedes Kursangebot ein Lehrbeauftragter gewonnen, der das Angebot bspw. als wöchentliches Tutorium oder in Form eines Blockseminars begleitet und abschließend eine Prüfung abnimmt.

Eine wichtige Erkenntnis für die Hochschule Nordhausen ist, dass sich die genutzten Lernangebote sehr gut dafür eignen, als Wahlpflichtmodule im freien Wahlpflichtbereich angeboten zu werden und der eGov-Campus den bestehenden Bedarf an Lehrangeboten zu Digitalisierungsthemen ergänzen kann